„Cyborgs – (Alb)traum der Menschheit?“ Lebhafte Diskussionsrunde der Junior Science Café-AG

06.03.2017 18:22

Von: Junior Science Café-AG

Am 17. Februar 2017 fand die zweite Veranstaltung der Junior Science Café-AG der Winfriedschule statt. Thema der Diskussionsrunde war dieses Mal „Cyborgs – (Alb)traum der Menschheit“.

Als Experten konnten

  • Herr Prof. Dr. Thorsten Walles, deutscher Facharzt für Thoraxchirurgie mit Tätigkeit im Forschungsbereich der Regenerativen Medizin und Tissue Engineering am Universitätsklinikum Würzburg,
  • Herr Prof. Dr. Peter Henning, Professor für Informatik an der Fakultät für Informatik der Hochschule Karlsruhe, zugeschaltet mittels Skype,
  • Herr Prof. Dr. Heiko Luhmann von der Universität Mainz mit dem biologischen Forschungsfeld für Brain-Machine-Interface, Neuro- und Sinnes-Prothesen und Neuroenhancer
  • Herr Enno Park, Vorsitzender des Cyborgs e.V., welcher sich selbst als Cyborg bezeichnen darf

gewonnen werden, die sehr angeregt miteinander diskutierten und den Zuhören viele neue Aspekte zum Thema Cyborg mitgaben.

Im Vorfeld der Veranstaltung mussten die Schülerinnen und Schüler der AG sich umfassend vorbereiten, um ein ansprechendes Thema für die Diskussionsrunde zu finden sowie die Rahmenbedingungen für den Abend selbst zu schaffen. Nachdem das Thema „Cyborg“ feststand, stellte sich den AG-Teilnehmern zunächst die Frage: Was ist eigentlich ein Cyborg?

Genau diese Frage wurde zu Beginn der Abendveranstaltung auch den Zuhörern gestellt, die mit einer Online-Befragung mittels Smartphones unter verschiedenen Antwortmöglichkeiten auswählen konnten, was einen Überblick ermöglichte, welche Vorkenntnisse zum Thema „Cyborg“ unter den Anwesenden bestanden.

Eine von Merle und Malte Halling aus der Klasse 7L gelungen vorgetragene Präsentation, die sie eigens zu diesem Thema für den Wettbewerb „Jugend präsentiert“ erarbeitet hatten, ebnete den Einstieg in die Diskussion der Experten.

Die Experten wurden von Alena Simon gebeten, zu den von der Junior Science Café-AG vorab erarbeiteten 5 Thesen persönlich Stellung zu nehmen, als jeweilige Ausgangsbasis für die anschließende Diskussion. Sehr angeregt war die Auseinandersetzung über die These „Trotz der Gefahr des Missbrauchs wird die medizinische Anwendung der Cyborgforschung weiterhin modernisiert und zum Wohle der Menschen eingesetzt.“ Hier waren sich schließlich alle einig, dass der medizinische Nutzen die Forschung durchaus gerechtfertigt und dass jede neue Entwicklung auch immer die Gefahr des Missbrauchs in sich birgt, deshalb aber nicht grundsätzlich verwerflich sein kann.

Am Ende der Diskussion durfte das Publikum erneut seine Meinung äußern. Mit dem neu erworbenen Wissen sollte jeder für sich beurteilen, in welchen Bereichen es erlaubt sein sollte, die Cyborgtechnik einzusetzen. Neben den Antwortmöglichkeiten Medizin, Wirtschaft und Militär, konnte man Cyborgs auch komplett ablehnen. Für alle angebotenen Bereiche fanden sich Stimmen, lediglich die restriktive Ablehnung künftiger Verwendung von Cyborgtechnik wurde von niemandem als sinnvolle und zukunftsweisende Meinung angenommen.

Alena Simon fasste abschließend zusammen: Es kommt immer darauf an, wofür man den Fortschritt in der Cyborgforschung nutzt, um zu entscheiden, ob sie nun ein Traum oder doch eher ein Albtraum sind. Sicherlich wird die Forschung auch immer weiter voranschreiten und auch eine Entwicklung erfahren, bei der es in den Händen der Menschheit liegt, eventuelle Gefahren einzudämmen und Chancen zu erkennen. Cyborg an sich bedeutet nämlich keineswegs sofort Gefahr und Terror, für viele Menschen ist es eine große medizinische Hilfe, Implantate und Prothesen zu erhalten.

Der Abend endete mit einem herzlichen Dank an die Experten und alle Mitwirkenden, die diese Veranstaltung durch Spenden und Mitarbeit überhaupt möglich gemacht hatten, insbesondere an den leitenden Lehrer und Betreuer Martin Lindenthal.



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